Ein überschaubarer Plan hilft Ihrem Haushalt, in Krisen handlungsfähig zu bleiben: Wie erhalten Sie Warnungen, wo finden Sie Schutz und was brauchen Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind? Hier finden Sie praktische Schritte zur zivilen Vorsorge.
BBK-Video: „Was ist Bevölkerungsschutz?“ (3:41 Min.). Das Bundesamt erklärt den Unterschied zwischen Zivil- und Katastrophenschutz sowie die Rolle der Bevölkerung.
Auf dieser Seite: Einordnung · Vorbereiten · Im Ereignisfall · Grenzen & Quellen
Zivilschutz beginnt mit alltagstauglicher Vorsorge
Kriegerische Angriffe können Gebäude, Versorgung und Kommunikation gefährden. Welche Gefahr tatsächlich besteht, teilen die zuständigen Behörden für das betroffene Gebiet mit. Diese Übersicht enthält keine militärische Lageprognose und keine aktuelle Warnung. Die beschriebenen Vorbereitungen helfen auch bei anderen Krisen und länger unterbrochenen Alltagsabläufen.
Vorbereiten: den Haushalt gemeinsam durchdenken
Warnwege und Absprachen festlegen
Richten Sie die Warn-App NINA ein und machen Sie sich mit den Warnwegen Ihrer Kommune vertraut. Ein Batterie- oder Kurbelradio bleibt wichtig, wenn Strom oder Mobilfunk ausfallen. Notieren Sie Kontakte, Treffpunkte und örtliche Anlaufstellen auf Papier. Besprechen Sie, wie Sie Angehörige unterstützen, wenn eine Nachricht nicht ankommt. Aktuelle Portale finden Sie in unserem Ortscheck für amtliche Warnungen.
Schauen Sie sich in vertrauten Gebäuden Fluchtwege und innenliegende Räume an. Überlegen Sie, wie Kinder, Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Pflegebedarf dorthin gelangen. Verlassen Sie sich nicht auf eine ungeprüfte Bunkerkarte oder darauf, dass ein bestimmtes öffentliches Gebäude jederzeit zugänglich ist.
Vorräte und ein griffbereites Notgepäck
Das BBK nennt möglichst zehn Tage Selbstversorgung als Ziel. Ein Vorrat für mindestens drei Tage ist ein sinnvoller Anfang. Als Wassergrundlage gelten idealerweise zwei Liter pro Person und Tag, einschließlich eines halben Liters zum Kochen; Haustiere brauchen zusätzlich Wasser. Wählen Sie vertraute, haltbare Lebensmittel, davon einen Teil ohne Kochbedarf. Besondere Ernährung und Pflegebedarf gehören in den Plan.
- Für zu Hause: Taschenlampe, Ersatzbatterien, Radio, geladene Powerbank, Hygieneartikel und persönliche Medikamente bereithalten. Bei stromabhängigen Hilfsmitteln die Ersatzversorgung mit den zuständigen Fachleuten abstimmen.
- Für ein angeordnetes Verlassen der Wohnung: Dokumentenmappe, Medikamente mit Plan, Wasser, haltbares Essen, Kleidung, feste Schuhe und wichtige Hilfsmittel griffbereit zusammenstellen. Das Notgepäck soll tragbar bleiben.
- Für andere mitplanen: Wer unterstützt eine pflegebedürftige Person? Was brauchen Säuglinge oder Haustiere unterwegs? Sprechen Sie Absprachen mit Angehörigen und Nachbarn durch, statt erst im Ereignisfall Zuständigkeiten zu suchen.
Sprechen Sie mit Kindern ruhig und altersgerecht. Hören Sie zu, beantworten Sie Fragen ehrlich und begrenzen Sie belastende Nachrichten. Gemeinsame kleine Vorbereitungen können Orientierung geben; Kinder müssen keine Erwachsenenverantwortung übernehmen.
Im Ereignisfall: Schutz passend zur Gefahr wählen
Warntext und Durchsagen zuerst: Beachten Sie das betroffene Gebiet, die konkrete Gefahr und die Anweisungen. Schutz im Gebäude und Evakuierung sind unterschiedliche Maßnahmen. Folgen Sie der für Ihren Ort geltenden Aufforderung; leiten Sie aus Gerüchten keine eigenen Fluchtwege ab.
Bei Explosionen oder Luftangriffen
Suchen Sie rasch einen möglichst abgeschirmten, innenliegenden Bereich auf und meiden Sie Fenster und Glasflächen. Fensterlose Kellerräume können gegen Druckwellen, Splitter und Trümmer mehr Schutz bieten. Ohne geeigneten Keller nennt das BBK innenliegende Flure, Bäder oder Treppenhäuser als mögliche Alternativen; Dachgeschosse sollen gemieden werden. Möglichst zwei Wände zwischen Ihnen und draußen verbessern die Abschirmung. Ein solcher Raum garantiert jedoch keinen vollständigen Schutz.
Nutzen Sie keine Aufzüge. Helfen Sie anderen nur, soweit es ohne eigene Gefährdung möglich ist. Bei akuter Lebensgefahr, schweren Verletzungen oder einem medizinischen Notfall rufen Sie 112; für eine polizeiliche Gefahrenmeldung 110. Halten Sie Anrufe kurz und befolgen Sie die Anweisungen der Einsatzkräfte.
Ein Keller ist nicht für jede Gefahr geeignet
Bei Hochwasser sind Keller, Tiefgaragen und Unterführungen lebensgefährlich. Bei gefährlichen Gasen im Freien können wiederum andere Räume erforderlich sein als bei Explosionen. Deshalb ist „immer in den Keller“ keine sichere Regel. Die konkrete Warnung entscheidet; die BBK-Übersicht zum Schutzsuchen erläutert die Unterschiede.
Bei einer radioaktiven Freisetzung richten Sie sich nach den behördlichen Strahlenschutzanweisungen. Jodtabletten nur auf ausdrückliche Aufforderung der zuständigen Katastrophenschutzbehörde einnehmen. Sie sind kein allgemeiner Schutz vor Strahlung. Kaufen oder verwenden Sie Medikamente gegen vermeintliche Kampfstoffe nicht auf eigene Initiative.
Grenzen und offizielle Quellen
Die Sicherheit eines konkreten Gebäudes lässt sich hier nicht bewerten. Ebenso werden weder die Verfügbarkeit öffentlicher Schutzräume noch sichere Reisewege zugesichert. Für tatsächliche Ereignisse zählen aktuelle behördliche Informationen und örtliche Hilfe.
- BBK: Vorsorgen für Krisen und Katastrophen – Grundlage für Haushalt, Warnungen, Notgepäck und Schutzwahl.
- BBK: Explosionen – hier finden Sie Schutz.
- Bundesumweltministerium: Jodtabletten nur nach behördlicher Aufforderung; Wirkung und Grenzen.
Quellenabgleich: 18. Oktober 2026. Diese Vorsorgeseite ist keine aktuelle Gefahrenwarnung.