Hitze kann auch ohne auffälligen Sonnenbrand gefährlich werden. Entlasten Sie Ihren Körper, halten Sie die Wohnung möglichst kühl und achten Sie auf Menschen, die Unterstützung benötigen. Bei Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit oder schwerer Atemnot sofort 112 wählen.
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Hitze betrifft Menschen unterschiedlich
Besonders aufmerksam sollten ältere, pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen, Schwangere sowie Familien mit Babys und kleinen Kindern sein. Auch körperlich anstrengende Arbeit oder Sport können den Körper überlasten. Eine heiße Wohnung und fehlende nächtliche Abkühlung erschweren die Erholung.
Prüfen Sie die Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes für Ihre Region. Beachten Sie den Tag und den Warntext. Eine amtliche Warnung bezieht sich auf einen konkreten Zeitraum; ein längerfristiger Hitzetrend beschreibt Entwicklungen über viele Jahre. Empfindliche Personen können bereits Beschwerden haben, wenn noch keine Warnung ausgegeben wurde.
Vor der heißen Phase vorbereiten
Wohnung und Ausweichort
- Verschattung vorbereiten: Außenliegende Rollläden oder Jalousien halten die Sonne besonders wirksam ab. Räume möglichst verschatten, bevor sie sich aufheizen.
- Einen kühleren Raum zum Ausruhen bestimmen. Wird die Wohnung zu heiß, nach erreichbaren kühlen öffentlichen Aufenthaltsorten fragen und den Weg dorthin planen.
- Ein Thermometer hilft beim Vergleich: Lüften Sie, wenn es draußen kühler als drinnen ist, meist nachts oder früh morgens. Fenster nur öffnen, wenn dies für Kinder, Tiere und die persönliche Sicherheit möglich ist.
Gesundheit und Unterstützung absprechen
Bei Herz- oder Nierenerkrankungen und ärztlich begrenzter Flüssigkeitszufuhr muss die passende Trinkmenge individuell besprochen werden. Klären Sie vor der Hitze auch mögliche Arzneimittelrisiken mit Arztpraxis oder Apotheke. Medikamente niemals selbst absetzen oder ihre Dosis ändern. Für die Lagerung gelten Packungsbeilage und fachlicher Rat; nicht jedes Medikament gehört in den Kühlschrank.
Vereinbaren Sie mit alleinlebenden oder pflegebedürftigen Angehörigen regelmäßige Kontakte und eine Vertretung. Wer bringt Getränke, hilft beim Verschatten oder bemerkt eine Veränderung? Bei Pflegebedarf sollten die Maßnahmen mit dem Pflegedienst abgestimmt sein. Halten Sie Kontakte und den Medikamentenplan auch auf Papier bereit.
Getränke und passende Lebensmittel zu Hause ersparen belastende Einkäufe. Für allgemeine Versorgungsunterbrechungen empfiehlt das BBK einen Einstieg mit drei Tagen Vorrat und möglichst zehn Tage als Ziel. Die Wassermenge für diesen Notvorrat ersetzt keinen persönlichen Trinkplan bei Hitze.
Am Hitzetag den Alltag entlasten
- Trinken: Regelmäßig über den Tag verteilt trinken, nicht erst auf starken Durst warten. Wasser und ungesüßte Tees sind geeignete Getränke. Der Bedarf kann bei Hitze und Schwitzen steigen; bei verordneter Begrenzung gilt die ärztliche Absprache. Alkohol meiden.
- Abkühlen: Kühle oder lauwarme Duschen, feuchte Tücher sowie Arm- und Fußbäder können entlasten. Leichte Kleidung tragen und den kühlsten erreichbaren Raum nutzen. Ventilatoren bewegen Luft, senken aber nicht die Raumtemperatur; sie ersetzen bei starker Überhitzung keinen kühleren Aufenthaltsort.
- Draußen: Erledigungen, Sport und anstrengende Arbeiten in kühlere Stunden verschieben, kürzer planen und Pausen im Schatten machen. Bei Beschwerden sofort aufhören. Kopfbedeckung, Kleidung und Sonnenschutzmittel schützen zusätzlich vor Sonne; Schatten allein beseitigt die Hitzebelastung nicht.
- Kinder und Tiere: Niemals allein im abgestellten Auto lassen, auch nicht kurz. Für Kinder kühle Ruhephasen und altersgerechte Getränke vorsehen. Haustiere benötigen Wasser und einen schattigen, kühlen Rückzugsort; ihre Versorgung im Haushaltsplan berücksichtigen.
Beschwerden erkennen und richtig helfen
Bei Schwindel, Kopfschmerz oder Schwäche
Tätigkeit unterbrechen, in eine kühlere Umgebung gehen und den Körper kühlen. Nur bei vollem Bewusstsein und sicherem Schlucken etwas zu trinken anbieten. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden ärztliche Hilfe suchen; außerhalb der Sprechzeiten ist bei nicht lebensbedrohlichen Beschwerden 116117 erreichbar. Bei Unsicherheit über einen ernsten Zustand sofort 112 wählen.
Bei einem möglichen Hitzschlag: 112
Verwirrtheit, fehlende Reaktion, Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle oder schwere Atemnot sind Notfallzeichen. Warten Sie nicht auf eine Temperaturmessung. Auch eine nur kurze Bewusstlosigkeit muss ernst genommen werden.
- 112 rufen, den genauen Ort nennen und den Anweisungen der Leitstelle folgen. Bei der Person bleiben.
- Wenn gefahrlos möglich, in einen kühlen Bereich bringen. Beengende Kleidung lockern und unnötige warme Kleidung entfernen.
- Unverzüglich mit Wasser, feuchten Tüchern und zugefächelter Luft kühlen. Kühlpacks in ein Tuch wickeln, niemals direkt auf die Haut legen.
- Bewusstlosen oder nicht sicher schluckenden Personen nichts einflößen. Bei Bewusstlosigkeit und normaler Atmung stabile Seitenlage, Atmung weiter beobachten. Bei fehlender oder nicht normaler Atmung sofort Wiederbelebung beginnen; die Leitstelle kann anleiten.
Quellen und weiterführende Hilfe
- BBK-Ratgeber, Ausgabe 10/2025, gedruckte Seiten 3, 6–9 und 12–13, sowie BBK: Vorsorge und Handeln bei Hitze und Dürre.
- BIÖG: Empfehlungen bei Hitze und Hinweise für ältere Menschen und Angehörige.
- gesund.bund.de: Hitze und Gesundheit und Erste Hilfe, für Beschwerden und Sofortmaßnahmen.
Redaktionell geprüft am 18. Oktober 2026. Weitere amtliche Einstiege bietet der Ortscheck. Diese Übersicht ersetzt keine individuelle medizinische Beratung oder praktische Erste-Hilfe-Ausbildung.