Wenn der Strom ausfällt, hilft ein ruhiger Ablauf mehr als hektisches Handeln. Prüfen Sie zuerst, ob nur Ihre Wohnung betroffen ist, sichern Sie Menschen und Wärme und verfolgen Sie verlässliche Hinweise. Viele Ausfälle werden innerhalb weniger Stunden behoben; bei größeren Schäden kann die Versorgung länger unterbrochen sein. Diese Anleitung hilft für die ersten Stunden und ersetzt keine Anweisungen von Feuerwehr, Rettungsdienst oder Kommune.
In den ersten Minuten: Gefahr erkennen
- Schalten Sie eine Taschenlampe ein und prüfen Sie, ob auch Nachbarwohnungen oder die Straßenbeleuchtung betroffen sind. Fragen Sie Nachbarn nur, wenn das gefahrlos möglich ist.
- Bei Rauch, Brandgeruch, beschädigten Leitungen oder einem medizinischen Notfall: Abstand halten und den Notruf wählen, sofern erreichbar. Berühren Sie keine herabhängenden Kabel.
- Benutzen Sie keinen Aufzug. Bleiben Sie bei Dunkelheit auf Treppen vorsichtig und halten Sie Fluchtwege frei.
- Öffnen Sie Kühlschrank und Gefriergerät möglichst selten. So bleibt die Kälte länger erhalten.
In der ersten Stunde: Haushalt und Menschen versorgen
Prüfen Sie zuerst, ob jemand auf elektrisch betriebene medizinische Geräte, eine besondere Versorgung oder eine temperaturabhängige Lagerung von Arzneimitteln angewiesen ist. Folgen Sie dem Notfallplan der behandelnden Stelle oder des Geräteherstellers. Wenn die Versorgung akut gefährdet ist, holen Sie medizinische Hilfe. Arzneimittel, deren Kühlung unterbrochen wurde, nicht eigenmächtig beurteilen: Fragen Sie Apotheke, Arztpraxis oder Hersteller.
Laden Sie Ihr Mobiltelefon nur für wichtige Anrufe und kurze Informationen. Sparen Sie Akku, indem Sie Displayhelligkeit und unnötige Verbindungen reduzieren. Nutzen Sie ein Batterie- oder Kurbelradio, wenn Internet oder Mobilfunk ausfallen. Welche Warnkanäle sich ergänzen und welche Grenzen sie haben, erklärt unsere Seite Warnungen bei Stromausfall.
Am Abend und in der Nacht: Wärme und Sicherheit
- Ziehen Sie warme Kleidung an und nutzen Sie Decken. Wenn die Heizung ausfällt, halten Sie sich möglichst in einem Raum auf und schließen Sie die Türen.
- Lüften Sie regelmäßig. Betreiben Sie niemals Grill, Campingkocher oder Stromgenerator in der Wohnung, im Keller oder in einer Garage. Es droht eine lebensgefährliche Kohlenmonoxidvergiftung oder Erstickung.
- Verwenden Sie Kerzen nur beaufsichtigt und mit sicherem Abstand zu Vorhängen, Papier und anderen brennbaren Dingen. Taschenlampen sind die sicherere Lichtquelle.
- Wenn Sie ein zugelassenes alternatives Heizgerät besitzen, verwenden Sie es ausschließlich entsprechend der Herstelleranleitung und den erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen. Improvisierte Heizlösungen können Brände und Kohlenmonoxid verursachen.
- Prüfen Sie bei gefährdeten Angehörigen oder Nachbarn, ob sie Unterstützung benötigen. Gehen Sie dabei keine eigene Gefahr ein.
Wenn der Ausfall länger dauert
Hören Sie regionale Behördeninformationen und achten Sie auf Hinweise Ihrer Stadt oder Gemeinde. Informieren Sie sich, wo es bei längerem Ausfall Anlaufstellen, aktuelle Informationen oder Hilfe gibt. Nutzen Sie Notrufnummern für akute Notlagen und blockieren Sie Leitungen nicht mit allgemeinen Nachfragen. Wenn Telefonnetz und Internet gestört sind, nennt das BBK als mögliche Anlaufstellen bei einem Notfall eine Polizeidienststelle oder ein Krankenhaus, sofern Sie diese sicher erreichen können.
Bereiten Sie sich auf den nächsten Abschnitt vor: Trinkwasser und haltbare Lebensmittel, Bargeld, Medikamente und wichtige Kontaktdaten. Die ausführliche Stromausfall-Vorsorge behandelt passende Ausstattung wie Powerbanks, alternative Kochmöglichkeiten und Stromversorgung. Für Absprachen mit Familie und Nachbarn hilft außerdem der Kommunikationsplan für den Notfall.
Häufige Fragen
Soll ich den Kühlschrank prüfen?
Öffnen Sie ihn so selten wie möglich, damit die Lebensmittel länger kühl bleiben. Bei längerem Ausfall richten Sie sich nach den offiziellen Empfehlungen zur Lebensmittelsicherheit und entsorgen Sie im Zweifel verdorbene Ware.
Darf ich einen Grill oder Generator drinnen betreiben?
Nein. Grill, Kocher und Generator dürfen nicht in Wohnräumen, Kellern oder Garagen betrieben werden. Abgase können Kohlenmonoxid enthalten, das man weder riecht noch sieht. Beachten Sie für geeignete Geräte ausschließlich die Herstellerangaben und offizielle Sicherheitsinformationen.
Offizielle Quellen
- BBK: Vorsorge und Handeln bei Stromausfall
- BBK: In der Krise informiert sein
- BBK: Warnungen erhalten und verstehen
Quellen geprüft am 22. Oktober 2026. Bei einer konkreten Lage gelten die aktuellen Anweisungen der zuständigen Behörden vor Ort.