Plötzlich sind Licht, Herd und Router aus. Bei einem Stromausfall hilft eine einfache Reihenfolge: sicher orientieren, verlässliche Informationen suchen und die wichtigsten Bedürfnisse im Haushalt sichern. Viele Vorbereitungen lassen sich nebenbei erledigen.
BBK-Video: „Was tun bei Stromausfall?“ (2:55 Min.). Die offizielle Kurzfassung zeigt, wie Sie sich vorbereiten – von Licht und Wärme bis zu verlässlichen Informationsquellen.
Video und weitere Informationen auf der BBK-Seite ansehen
Auf dieser Seite: Einordnung · Vorbereiten · Energie & Geräte · Im Ereignisfall · Grenzen & Quellen
Stromausfall: Was kann betroffen sein?
Eine beschädigte Leitung, ein Bauunfall oder Unwetter können die Versorgung unterbrechen. Ein Ausfall im Haus oder in einem Stadtteil bedeutet nicht automatisch einen überregionalen Blackout. Ob und wann der Strom zurückkommt, lässt sich aus dem dunklen Fenster gegenüber nicht ableiten.
Bei längeren Ausfällen können auch Heizung, Wasserversorgung, Mobilfunk, Internet, Aufzüge und Kartenzahlung beeinträchtigt sein. Entscheidend sind die örtliche Situation und die Informationen des Netzbetreibers beziehungsweise der Behörden. Die Bundesnetzagentur erläutert die Begriffe rund um das Stromnetz.
Vorbereiten: zuerst das, was Ihren Alltag trägt
Mit Wasser und vertrauten Lebensmitteln anfangen
Das BBK empfiehlt, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können. Ein Vorrat für mindestens drei Tage ist bereits hilfreich; bauen Sie ihn schrittweise aus. Planen Sie idealerweise zwei Liter Wasser pro Person und Tag ein, davon einen halben Liter zum Kochen. Für drei Personen sind das 18 Liter für drei oder 60 Liter für zehn Tage. Wasser für Haustiere kommt hinzu. Die Menge ist eine Planungsgrundlage; persönliche Bedürfnisse können abweichen.
Wählen Sie haltbare Lebensmittel, die alle im Haushalt vertragen und mögen. Ein Teil sollte ohne Kochen essbar sein. Denken Sie an Babynahrung, Allergien und besondere Kost. Nutzen und ersetzen Sie Vorräte im Alltag, statt ein vergessenes Sonderlager anzulegen. Ein manueller Dosenöffner gehört dazu.
Licht, Informationen und Unterstützung bereitlegen
- Licht und Energie: Taschenlampen, passende Ersatzbatterien und geladene Powerbanks griffbereit aufbewahren. Zeigen Sie allen, wo sie liegen. Offenes Feuer ist keine notwendige Lichtquelle.
- Auch ohne Internet informiert bleiben: Ein Batterie- oder Kurbelradio bereithalten und ausprobieren. Wichtige Nummern, den regionalen Radiosender und bekannte örtliche Anlaufstellen auf Papier notieren. Warn-App NINA und Handy-Warnungen ergänzen diese Vorsorge; bei Netzausfall können sie ausfallen.
- Den eigenen Haushalt mitdenken: Persönliche Medikamente, Pflege- und Hygieneartikel, Hilfsmittel, Tierfutter und etwas Bargeld einplanen. Besprechen Sie mit Angehörigen oder Nachbarn, wer Unterstützung benötigt und wer helfen kann.
- Stromabhängige medizinische Geräte: Mit behandelndem Team, Pflegedienst und Geräteanbieter vorab einen individuellen Ausfallplan vereinbaren. Akkulaufzeit und Ersatzversorgung müssen zum konkreten Gerät passen; eine gewöhnliche Powerbank ist keine pauschale Lösung.
Energie, Kochen und Wärme: Was hilft bei längerem Stromausfall?
Eine kleine Notfallausstattung hält einen Haushalt nicht wie gewohnt am Laufen. Sie hilft, Licht, Information, Kommunikation und einfache Mahlzeiten zu sichern. Planen Sie zuerst für die Bedürfnisse Ihres Haushalts und wählen Sie Geräte nach ihrem konkreten Zweck – nicht nach möglichst hohen Leistungsangaben.
Powerbank, Powerstation und faltbares Solarmodul
- Powerbank: Eine geladene Powerbank ist eine einfache Reserve für Mobiltelefon, kleine USB-Lampen oder andere passende USB-Geräte. Sie ersetzt keine Steckdose für Herd, Heizlüfter oder Kühlschrank. Prüfen Sie Anschlüsse und Ladeleistung Ihrer Geräte und laden Sie die Powerbank regelmäßig nach.
- Mobile Powerstation: Ein größerer Akku mit Steckdosen kann ausgewählte Geräte versorgen. Entscheidend sind gespeicherte Energie (Wh), zulässige Dauer- und Spitzenleistung sowie die Laufzeit des angeschlossenen Geräts. Hohe Verbraucher wie Wasserkocher, Kochplatte oder Heizgerät leeren kleine Speicher schnell oder überschreiten deren Leistung. Für medizinische Geräte ist die Eignung individuell mit dem Behandlungsteam und Gerätehersteller zu klären.
- Faltbares Solarmodul: Es kann eine kompatible Powerstation oder einen passenden Akku nachladen, aber nur bei ausreichender Sonne und korrekter Ausrichtung. Wolken, Schatten, Jahreszeit und kurze Tage verringern den Ertrag; Strom ist nicht automatisch nachts verfügbar. Modul, Laderegler und Speicher müssen zusammenpassen. Ein gewöhnliches Balkonkraftwerk oder eine netzgekoppelte Photovoltaikanlage schaltet sich bei Netzausfall in der Regel ab; dafür braucht es ausdrücklich geeignete Insel- oder Ersatzstromtechnik.
Kochen ohne Strom: Kartuschenkocher mit klarer Grenze
Am einfachsten ist zunächst Essen, das ohne Erhitzen verzehrt werden kann. Ein Gaskartuschen-Campingkocher kann kleine Mahlzeiten draußen zubereiten. Verwenden Sie ihn in Innenräumen nur dann, wenn genau dieses Gerät ausdrücklich für Innenräume zugelassen ist und die Bedienungsanleitung den Betrieb dort erlaubt. Ein geöffnetes Fenster macht einen Outdoor-Kocher nicht zum sicheren Innenraumgerät: Verbrennung kann Kohlenmonoxid erzeugen. Stellen Sie den Kocher standsicher auf eine nicht brennbare, ebene Fläche, halten Sie Abstand zu brennbaren Dingen und beachten Sie die Anleitung für Kartuschen, Wechsel und Lagerung. Nutzen Sie Kocher und Grill niemals zum Heizen.
Notstromgenerator: nur, wenn Aufstellung und Anschluss sicher lösbar sind
Ein verbrennungsmotorischer Generator kann bei geplantem Bedarf mehr elektrische Leistung bereitstellen, verursacht aber Abgase, Lärm und laufenden Kraftstoffbedarf. Betreiben Sie ihn ausschließlich im Freien, mit großem Abstand zu Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen sowie genau nach Herstellerangaben. Nicht in Wohnung, Keller, Garage, Hausflur oder auf Balkon und Terrasse. Kohlenmonoxid ist geruchlos und lebensgefährlich; auch ein CO-Melder macht einen falschen Aufstellort nicht sicher. Verbinden Sie einen Generator niemals über ein Kabel mit einer Wandsteckdose oder eigenmächtig mit der Hausinstallation. Eine Einspeisung ins Gebäude muss ein Elektrofachbetrieb mit dafür vorgesehener Umschaltung planen und installieren. Wenn kein geeigneter Außenstandort oder keine fachgerechte Anschlusslösung vorhanden ist, ist ein Generator für diesen Haushalt keine passende Lösung.
Wärme: Energie sparen und Risiken vermeiden
Elektrisches Heizen benötigt viel Energie und ist mit einer kleinen Powerbank oder Powerstation meist keine realistische Dauerlösung. Ziehen Sie warme Kleidung an, nutzen Sie Decken und Schlafsäcke und halten Sie sich möglichst gemeinsam in einem Raum auf. Benutzen Sie nur fest installierte oder ausdrücklich für Innenräume geeignete Heizgeräte gemäß ihrer Anleitung. Grills, Generatoren und nicht zugelassene Kocher gehören niemals in die Wohnung. Bei gasbetriebenen Heizgeräten sind die vorgeschriebenen Sicherungen und der fachgerechte Betrieb entscheidend; im Zweifel lassen Sie sich vorab von einem Fachbetrieb beraten.
Eine sinnvolle Reihenfolge für die Ausstattung
- Für fast jeden Haushalt: Taschenlampen mit Ersatzbatterien, geladene Powerbank, Batterie- oder Kurbelradio und ein Vorrat an Lebensmitteln, die auch kalt schmecken.
- Wenn Sie draußen sicher kochen können: Ein geeigneter Kartuschenkocher samt passendem Brennstoff nach Herstellerangaben; vorher in Ruhe ausprobieren und die sichere Nutzung einüben.
- Für gezielten Strombedarf: Eine Powerstation mit passendem Solarmodul kann für Kommunikation, Beleuchtung und ausgewählte Kleingeräte nützlich sein. Erst den Bedarf und die nötige Laufzeit abschätzen, dann Kapazität und Anschlüsse wählen.
- Generator: Eher eine individuelle, fachlich zu planende Lösung für größere Lasten als eine Standardempfehlung für jede Wohnung. Außenaufstellung, Kraftstoff, Wartung, Lärm und elektrischer Anschluss müssen vorher geklärt sein.
Quellen für die Geräteeinordnung: Der BBK-Ratgeber unterscheidet ausdrücklich für Innenräume zugelassene Kocher von Campingkochern, die nur draußen genutzt werden sollen. Die BBK-Broschüre zum Stromausfall behandelt Aufstellung und Betrieb von Stromerzeugern. Die Verbraucherzentrale erklärt Photovoltaik-Inselanlagen und grenzt sie von netzgekoppelten Anlagen ab.
Im Ereignisfall: Schritt für Schritt handeln
- Orientieren: Nutzen Sie eine Taschenlampe. Prüfen Sie aus sicherer Umgebung, ob nur Ihre Wohnung oder auch die Nachbarschaft betroffen ist. Bei Brand, schweren Verletzungen oder einem medizinischen Notfall wählen Sie 112; der Notruf dient nicht der allgemeinen Störungsauskunft.
- Informationen verfolgen: Beachten Sie Meldungen des örtlichen Netzbetreibers und der Kommune sowie Radiodurchsagen. Unser Ortscheck zur Stromversorgung erklärt passende Anlaufstellen und die Grenzen ergänzender Karten. Diese Seite zeigt keinen eigenen Live-Störungsstatus.
- Versorgung sichern: Nutzen Sie zunächst Lebensmittel, die nicht gekocht werden müssen. Überbrücken Sie fehlende Wärme mit Kleidung, Decken und Schlafsäcken. Halten Sie Kontakt zu Menschen, die Unterstützung brauchen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.
- Sichere Ersatztechnik: Campingkocher mit Gaskartuschen und Grills gehören ins Freie. Betreiben Sie verbrennungsmotorische Generatoren ausschließlich im Freien, fern von Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen. Abgase dürfen nicht ins Gebäude gelangen. Innenräume, Garagen und improvisierte Aufstellungen auf dem Balkon sind ungeeignet; Kohlenmonoxid ist lebensgefährlich. Lassen Sie Auswahl, Aufstellort und Anschluss einer Notstromlösung fachlich klären und beachten Sie die Herstellervorgaben. Improvisierte Heizungen sind keine sichere Überbrückung.
Ist die notwendige medizinische Versorgung gefährdet oder wird die Wohnung nicht mehr sicher nutzbar, warten Sie nicht auf eine allgemeine Entwarnung. Nutzen Sie den vereinbarten Hilfeplan beziehungsweise bei akuter Gefahr den Notruf. Behördliche Anweisungen haben Vorrang.
Grenzen und offizielle Quellen
Diese Übersicht unterstützt die Vorbereitung und ersetzt weder eine örtliche Lageinformation noch eine technische oder medizinische Einzelberatung. Einen ungefährlichen Innenraumbetrieb von Outdoor-Geräten macht auch ein geöffnetes Fenster nicht möglich.
- BBK: Vorsorgen für Krisen und Katastrophen – insbesondere Vorräte, individuelle Bedürfnisse, Warnungen und Information, Kochen und Wärme.
- BBK: Vorsorge und Handeln bei Stromausfall.
- BBK: Essen und Trinken bevorraten.
- BBK: Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe (PDF) – zusätzliche Sicherheitshinweise zu Stromerzeugern.
- CDC: Kohlenmonoxidschutz bei Stromausfall (englisch) – ergänzend zum sicheren Aufstellort mobiler Generatoren.
Quellenabgleich: 21. Oktober 2026. Kein automatischer Live-Warnstatus.