Eine akute Gewalttat verlangt andere Entscheidungen als eine friedliche Kundgebung oder eine unklare Nachricht im Internet. Hier finden Sie eine ruhige Vorbereitung und die wichtigsten Schritte für den Ereignisfall. Im Mittelpunkt stehen Abstand zur Gefahr, verlässliche Informationen und Hilfe ohne zusätzliche Selbstgefährdung.
Bei unmittelbarer Gefahr: Bringen Sie sich möglichst in Sicherheit. Bei einer akuten Gewalttat wählen Sie aus einem sicheren Bereich 110; bei Feuer oder einem medizinischen Notfall 112. Befolgen Sie die Anweisungen der Einsatzkräfte.
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Situationen unterscheiden
Terroristische Anschläge, Amoktaten und bewaffnete Angriffe sind lebensbedrohliche Gewalttaten. Nach den Informationen der Polizeilichen Kriminalprävention lassen sich solche Ereignisse kaum vorhersagen; pauschale Regeln passen nicht zu jeder Lage. Die Grundorientierung lautet: flüchten, wenn möglich; verstecken, wenn Flucht nicht möglich ist; alarmieren, sobald es sicher ist.
Friedlicher Protest ist davon klar zu unterscheiden. Demonstrationen stehen unter dem Schutz der Versammlungsfreiheit; die Polizei Hessen erklärt die Grundlagen. Eine politische Meinung oder die Teilnahme an einer Versammlung ist für sich kein Anzeichen einer Gefahr. Für Ihre Sicherheit sind konkrete Gewalt, Bedrohungen und aktuelle Hinweise vor Ort entscheidend.
Was ich im Alltag vorbereiten kann
Orientierung und Kontakt ermöglichen
Machen Sie sich in Gebäuden und an Veranstaltungsorten mit den gekennzeichneten Ausgängen vertraut. Klären Sie mit Begleitpersonen einen Treffpunkt außerhalb des Veranstaltungsbereichs und einen Kontakt für den Fall einer Trennung. Ein Treffpunkt ist eine Hilfe für danach, kein Grund, in eine gefährliche Lage zurückzukehren.
Speichern Sie wichtige Kontakte und halten Sie einige Nummern zusätzlich auf Papier bereit. Eine geladene Powerbank kann helfen, erreichbar zu bleiben. Überlegen Sie mit Menschen, die Unterstützung benötigen, wie Verständigung und ein sicheres Verlassen des Ortes möglich sind. Berücksichtigen Sie dabei Mobilitätshilfen, Hör- oder Sehbeeinträchtigungen und persönliche Medikamente. Ein Notfallausweis kann Einsatzkräften wichtige Informationen geben.
Informationen prüfen und Hilfe üben
Nutzen Sie amtliche Warnungen, etwa über NINA und das Warnportal des Bundes, sowie die offiziellen Informationen der örtlichen Polizei. Prüfen Sie bei Meldungen Absender, Zeitpunkt und betroffenen Ort. Weitergeleitete Sprachnachrichten oder ein einzelnes Video erklären keine vollständige Lage. Verbreiten Sie unbestätigte Behauptungen nicht weiter.
Frischen Sie Erste-Hilfe-Kenntnisse in einem Kurs auf. Sprechen Sie in der Familie altersgerecht über Notruf und Treffpunkte, ohne bedrohliche Szenarien ständig durchzuspielen. Das BBK empfiehlt, Sorgen ernst zu nehmen und Kindern einfache, ehrliche Antworten zu geben. Vorbereitung soll handlungsfähig machen und den Alltag nicht beherrschen.
Was im Ereignisfall hilft
Bei einer lebensbedrohlichen Gewalttat
Die folgenden Schritte beruhen auf dem Polizeifaltblatt „Verhalten bei extremer Gefahr“. Welche Möglichkeit sicher ist, hängt von Ihrer unmittelbaren Umgebung ab. Ein allgemeiner Vorsorgeplan darf Sie nicht in zusätzliche Gefahr bringen.
- Flüchten: Verlassen Sie den Gefahrenbereich, wenn das möglich ist. Helfen und warnen Sie andere, soweit das ohne zusätzliche Gefährdung gelingt. Nutzen Sie auf dem Weg vorhandene Deckung, etwa massive Mauern.
- Verstecken: Können Sie nicht fliehen, suchen Sie Schutz in einem Raum und verbarrikadieren Sie sich. Bleiben Sie leise, schalten Sie Licht und Ton Ihrer Geräte aus und halten Sie sich bodennah von Fenstern und Türen entfernt. Nutzen Sie feste Deckung.
- Alarmieren: Rufen Sie die Polizei unter 110, sobald Sie in Sicherheit sind. Gehen Sie auf eintreffende Polizeikräfte ruhig zu und halten Sie dabei die Hände über dem Kopf. Folgen Sie deren Anweisungen.
Beim Notruf an die Polizei sind Ihr genauer Standort und eine kurze Beschreibung wichtig: Was ist passiert, sind Menschen verletzt, welche unmittelbare Gefahr besteht? Warten Sie auf Rückfragen. Zurück in den Gefahrenbereich zu gehen, um zusätzliche Beobachtungen zu sammeln, ist dafür nicht nötig.
Bei Gewalt oder Ausschreitungen in der Umgebung
Gehen Sie erkennbaren Konflikten aus dem Weg und vergrößern Sie den Abstand. Lassen Sie sich nicht provozieren und gehen Sie nicht allein gegen Gewalttäter vor. Beachten Sie Durchsagen, Sperren und Hinweise der Polizei; suchen Sie einen sicheren Weg aus dem betroffenen Bereich. Diese Orientierung folgt den polizeilichen Sicherheitstipps für Großveranstaltungen. Wer Gewalt beobachtet, kann aus sicherer Entfernung die Polizei informieren und später als Zeugin oder Zeuge helfen.
Wenn Sie in Sicherheit sind
Geben Sie Angehörigen kurz Bescheid, dass Sie sicher sind. Unterstützen Sie verletzte Menschen nur, wenn der Ort dafür sicher ist, und folgen Sie den Hinweisen des Rettungsdienstes. Nehmen Sie anschließend Abstand von belastenden Bildern und Gerüchten. Gespräche, Ruhe und vertraute Routinen können entlasten. Wenn Sie weitere Unterstützung brauchen, finden Sie bei der Polizei Informationen für Betroffene von Straftaten. Kinder sollten mit ihren Fragen und Sorgen nicht allein bleiben.
Quellen und redaktioneller Stand
Die Hinweise zu akuten Gewalttaten stammen von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Allgemeine Vorsorge, Kommunikation und der Umgang mit Sorgen orientieren sich an der BBK-Broschüre „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ (Ausgabe 10/2025). Redaktionell geprüft am 18. Oktober 2026. Diese Seite zeigt keine aktuelle Gefahrenlage an.