Bei einer Krise können Apotheken, Arztpraxen oder Rettungsdienste zeitweise schwer erreichbar sein. Eine passende Hausapotheke hilft bei leichten Beschwerden und kleinen Verletzungen. Sie ersetzt keine Behandlung und muss zum Haushalt passen: Alter, Vorerkrankungen, Allergien und regelmäßig benötigte Arzneimittel entscheiden, was sinnvoll ist.
Auf dieser Seite: Grundausstattung · Persönlicher Bedarf · Erste Hilfe · Lagerung und Kontrolle · Zu Hause und im Auto · Wann Hilfe rufen? · Quellen
Was gehört in eine einfache Hausapotheke?
Das BBK empfiehlt eine Ausstattung für typische leichte Erkrankungen und kleinere Verletzungen. Die Liste ist eine Orientierung, keine Einkaufspflicht: Kaufen Sie nur, was Sie kennen und für Ihren Haushalt geeignet ist. Lassen Sie sich bei Unsicherheit in der Apotheke beraten.
- Für Beschwerden: geeignete Mittel gegen Schmerzen und Fieber sowie gegen typische Erkältungsbeschwerden.
- Für Magen und Darm: Mittel gegen Durchfall, Erbrechen oder Übelkeit und eine orale Elektrolytlösung zum Ausgleich von Flüssigkeitsverlust; weitere Mittel nur, wenn sie zum Haushalt passen.
- Für Allergien und Haut: persönliche Allergiemittel, falls benötigt, sowie Mittel gegen Insektenstiche oder Sonnenbrand.
- Für kleine Wunden: Pflaster in verschiedenen Größen, sterile Kompressen, Mullbinden, Verbandtuch, Einmalhandschuhe, Verbandsschere, Pinzette sowie Wund- und Hautdesinfektionsmittel.
- Hilfsmittel: Fieberthermometer und Kühlkompresse. Eine Wärmflasche oder ein Wärmekissen kann ebenfalls nützlich sein.
Nasensprays und manche andere frei erhältliche Mittel sind nur für eine begrenzte Zeit gedacht. Beachten Sie Packungsbeilage und Dosierung. Bei Kindern gelten je nach Alter andere Wirkstoffe oder Dosierungen; verwenden Sie keine Erwachsenenpräparate nach eigener Schätzung. gesund.bund.de beschreibt die Hausapotheke für Erwachsene und Kinder ausführlicher.
Dauermedikation und besondere Bedürfnisse zuerst planen
Bei regelmäßig benötigten Arzneimitteln empfiehlt das BBK einen Vorrat für mindestens zehn Tage. Klären Sie rechtzeitig mit Arztpraxis und Apotheke, wie sich dieser Vorrat im Rahmen Ihrer Verordnung verlässlich aufbauen und erneuern lässt. Setzen Sie Medikamente nicht eigenmächtig ab, ändern Sie keine Dosis und geben Sie verschreibungspflichtige Mittel nicht an andere weiter.
- Notieren Sie für jedes Haushaltsmitglied wichtige Medikamente, Allergien und besondere Hinweise; bewahren Sie den aktuellen Medikamentenplan zugänglich auf.
- Planen Sie individuell für chronische Erkrankungen, etwa Asthma oder Diabetes, und für verordnete Notfallmedikamente bei schweren Allergien.
- Wenn ein Gerät Strom braucht – zum Beispiel ein medizinisches Hilfsgerät – vereinbaren Sie einen konkreten Ausfallplan mit Behandlungsteam, Pflegedienst und Geräteanbieter. Eine gewöhnliche Powerbank ist nicht automatisch geeignet.
- Müssen Arzneimittel gekühlt werden, klären Sie, wie die vorgeschriebene Temperatur auch bei einem Stromausfall eingehalten wird. Nicht jedes Medikament darf einfach anders gelagert werden.
Eine allgemeine Empfehlung für Antibiotika, Spritzen, Sauerstoff oder invasive Notfallausrüstung gehört nicht in eine Haushalts-Checkliste. Solche Mittel erfordern eine medizinische Indikation, fachliche Anleitung und sichere Lagerung.
Erste Hilfe: Können ist wichtiger als Spezialausrüstung
Ein Erste-Hilfe-Kurs vermittelt, wie Sie in einem Notfall sicher helfen und lebensrettende Maßnahmen beginnen können. Frischen Sie Ihre Kenntnisse regelmäßig auf und legen Sie eine kurze Anleitung sowie wichtige Telefonnummern zur Hausapotheke. Für eine einzelne Person kann außerdem eine Notfalldose mit Angaben zu Erkrankungen, Allergien, Medikamenten und Kontaktpersonen hilfreich sein; sie ersetzt weder den Notruf noch den Medikamentenplan.
Arzneimittel sicher lagern und regelmäßig prüfen
- Bewahren Sie Medikamente möglichst in der Originalverpackung und zusammen mit dem Beipackzettel auf.
- Wählen Sie einen trockenen, kühlen und vor Sonne geschützten Platz, der für Erwachsene erreichbar, für Kinder aber unzugänglich oder verschlossen ist. Badezimmer und Küche sind meist zu feucht oder zu warm.
- Halten Sie die auf Packung und Beipackzettel angegebenen Lagerbedingungen ein – besonders bei kühlpflichtigen Arzneimitteln. Bei Unsicherheit fragen Sie Ihre Apotheke.
- Kontrollieren Sie regelmäßig Verfallsdaten, Zustand und Vorrat. Ersetzen Sie verbrauchte Produkte, statt sie erst im Notfall zu bemerken. Abgelaufene oder veränderte Arzneimittel nicht mehr verwenden.
Im Auto ist eine Hausapotheke keine gute Dauerlagerung: Hitze, Frost und Temperaturschwankungen können Arzneimitteln schaden. Nehmen Sie benötigte Medikamente auf Reisen mit und beachten Sie ihre jeweiligen Lagerhinweise. Hinweise zur richtigen Aufbewahrung gibt gesund.bund.de.
Hausapotheke und Kfz-Verbandkasten sind verschieden
Der Verbandkasten im Auto ist für Erste Hilfe unterwegs gedacht und muss die gesetzlichen Anforderungen an Erste-Hilfe-Material erfüllen. Er ersetzt keine persönlichen Medikamente und sollte gegen Feuchtigkeit und Verschmutzung geschützt sowie regelmäßig auf Vollständigkeit und Haltbarkeit geprüft werden. Die Hausapotheke zu Hause darf stärker auf die individuellen Bedürfnisse der dort lebenden Menschen zugeschnitten sein. § 35h StVZO regelt das Erste-Hilfe-Material in Kraftfahrzeugen.
Wann professionelle Hilfe nötig ist
Bei Lebensgefahr, schweren Verletzungen, Bewusstlosigkeit, Atemnot oder akuten starken Beschwerden wählen Sie 112. Für dringende, aber nicht lebensbedrohliche medizinische Probleme außerhalb der regulären Praxiszeiten ist in Deutschland der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 erreichbar. Bei einem Vergiftungsverdacht nutzen Sie den regional zuständigen Giftnotruf; die Nummer unterscheidet sich je nach Bundesland. Im Zweifel bei akuter Gefahr: 112.
Offizielle Informationen und Grenzen
Diese Übersicht unterstützt die persönliche Vorsorge. Sie ersetzt weder ärztliche oder pharmazeutische Beratung noch Erste-Hilfe-Ausbildung. Arzneimittel dürfen nur entsprechend ihrer Verordnung, Packungsbeilage und fachlichen Beratung verwendet werden.
- BBK: Im Notfall schnell einsatzbereit – die Hausapotheke
- BBK: persönliche Vorsorge und Medikamentenvorrat
- gesund.bund.de: Hausapotheke – Medikamente, Verbandsmaterial und mehr
- gesund.bund.de: Arzneimittel richtig lagern, einnehmen und entsorgen
- Gesetze im Internet: § 35h StVZO – Erste-Hilfe-Material in Kraftfahrzeugen
- gesund.bund.de: Notfallversorgung und wichtige Notrufnummern
Quellen geprüft am 21. Oktober 2026.