Wenn die Wasserversorgung ausfällt, fehlen nicht nur Getränke: Auch Kochen, Händewaschen und die Toilettenspülung können betroffen sein. Mit einem kleinen, regelmäßig erneuerten Wasservorrat und einem Hygieneplan lässt sich die erste Zeit besser überbrücken. Entscheidend ist, ob es sich um einen technischen Ausfall oder um eine amtliche Warnung vor verunreinigtem Trinkwasser handelt.
Das Wichtigste bei einem Wasserausfall
- Beachten Sie Mitteilungen Ihres Wasserversorgers, der Kommune und des Gesundheitsamts. Eine Warnung oder ein Abkochgebot gilt für das genannte Gebiet und bis zur offiziellen Entwarnung.
- Halten Sie Trinkwasser und Brauchwasser gedanklich getrennt. Wasser zum Putzen oder Spülen ist nicht automatisch Trinkwasser.
- Kochen Sie Leitungswasser nur dann ab, wenn Behörden es empfehlen oder anordnen. Abkochen hilft gegen viele Krankheitserreger, aber nicht gegen chemische Verunreinigungen.
- Nutzen Sie Wasser sparsam und planen Sie neben Trinken auch Medikamente, die mit Wasser eingenommen werden, einfache Speisen und persönliche Bedürfnisse ein.
Wie viel Trinkwasser sollte ich zu Hause haben?
Das BBK nennt für die private Eigenvorsorge als Orientierung zwei Liter abgepacktes Trinkwasser pro Person und Tag für möglichst zehn Tage. Das ist ein Planungswert, keine für alle gleiche Bedarfsmenge: Hitze, körperliche Belastung, Schwangerschaft, Erkrankungen, Säuglinge und Haustiere können den Bedarf verändern. Das BBK weist außerdem darauf hin, dass ein Vorrat für drei Tage ein sinnvoller Anfang ist, wenn zehn Tage zunächst nicht umsetzbar sind.
Bewahren Sie Wasser in sauberen, fest verschlossenen Behältern auf und prüfen Sie Haltbarkeit und Zustand regelmäßig. Lagern Sie es so, dass Sie es im Alltag erreichen und bei Bedarf zuerst verwenden können. Planen Sie den Vorrat für alle Personen im Haushalt und berücksichtigen Sie Wasser für die Einnahme regelmäßig benötigter Medikamente. Die Empfehlungen zur Lebensmittelbevorratung und ein Vorratskalkulator sind auf der BBK: Essen und Trinken bevorraten verlinkt.
Wenn kein Wasser mehr aus dem Hahn kommt
Prüfen Sie zunächst, ob eine Störung im Haus oder eine größere Unterbrechung vorliegt, und informieren Sie sich beim Wasserversorger oder der Kommune. Bei längeren Störungen können offizielle Ausgabestellen oder mobile Versorgungsangebote eingerichtet werden. Verwenden Sie dafür saubere, geeignete Behälter und folgen Sie den Anweisungen vor Ort. Trinken Sie kein Wasser aus Bächen, Teichen, Regenwassertonnen oder unbekannten Brunnen, nur weil es klar aussieht.
Das BBK empfiehlt, wenn sich ein längerer Ausfall ankündigt, noch vorhandenes Wasser in sauberen Gefäßen zu sammeln und ausdrücklich als Brauchwasser für Hygiene und Toilettenspülung einzuplanen. Kennzeichnen Sie es, damit es nicht versehentlich getrunken wird. Eine Badewanne oder ein Eimer kann dafür dienen, sofern die Gefäße sauber sind; daraus wird jedoch kein Trinkwasser.
Abkochgebot und Trinkwasserwarnung: Was ist zu tun?
Lesen Sie die konkrete amtliche Mitteilung vollständig: Sie sagt, für welche Orte und Nutzungen die Einschränkung gilt und welche Schritte erforderlich sind. Ein Abkochgebot dient dazu, Krankheitserreger im Wasser unschädlich zu machen. Es beseitigt jedoch keine chemischen Schadstoffe. Wenn die Behörde das Wasser ausdrücklich als nicht zum Trinken oder Verwenden bezeichnet, reicht Abkochen nicht aus. Verwenden Sie dann abgepacktes oder offiziell ausgegebenes Wasser und warten Sie auf die Entwarnung durch die zuständige Stelle.
Für eine mögliche Trinkwasserwarnung eignen sich die Kanäle der Kommune, des örtlichen Wasserversorgers und des Gesundheitsamts. Warnungen können zusätzlich über die Warn-App NINA und warnung.bund.de verbreitet werden. Folgen Sie immer der konkreten örtlichen Anweisung. Die Qualität und mögliche Nutzungseinschränkungen lassen sich nicht zuverlässig durch Aussehen, Geruch oder Geschmack des Wassers beurteilen.
Hygiene und Toilettennutzung bei Wassermangel
Händehygiene bleibt wichtig. Das BBK empfiehlt, unter anderem Seife, Feucht- und Desinfektionstücher, Toilettenpapier, Müllbeutel und Haushaltshandschuhe vorzuhalten. Bei sehr knappem Wasser können Feuchttücher oder Handwaschpaste helfen; ersetzen Sie gründliches Händewaschen, sobald ausreichend sauberes Wasser zur Verfügung steht.
Planen Sie Brauchwasser für notwendige Toilettenspülungen ein. Wenn Spülung oder Abwasserentsorgung nicht funktionieren, nutzen Sie eine Campingtoilette nach deren Anleitung oder stabile, dafür geeignete Beutel und befolgen Sie die örtlichen Hinweise zur Entsorgung. Bewahren Sie Abfälle sicher und getrennt von Trinkwasser, Lebensmitteln und Kindern auf. Windeln und persönliche Hygieneartikel gehören ebenfalls in den Vorrat.
Besondere Bedürfnisse mitplanen
Haushalte mit Säuglingen, pflegebedürftigen Personen oder Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten den Wasser- und Hygieneplan individuell abstimmen. Denken Sie an Säuglingsnahrung, Flüssigkeitsbedarf, Körperpflege, notwendige Medikamente und Hilfsmittel. Fragen Sie bei medizinischen Unsicherheiten die behandelnde Praxis oder Apotheke und bei konkreten Versorgungsfragen den Wasserversorger beziehungsweise die Kommune.
Häufige Fragen zum Wasserausfall
Kann ich Wasser aus dem Hahn einfach abkochen?
Nein, nicht vorsorglich auf Verdacht. Halten Sie sich an die örtliche Anweisung. Abkochen wirkt gegen viele Krankheitserreger, aber nicht gegen chemische Verunreinigungen; ein ausdrückliches Verwendungsverbot darf nicht durch Abkochen ersetzt werden.
Kann ich Regenwasser oder Wasser aus einem Bach trinken?
Nein. Klarheit bedeutet keine Trinkwasserqualität. Nutzen Sie nur Wasser, das als Trinkwasser abgegeben wird oder dessen Verwendung die zuständigen Behörden ausdrücklich freigegeben haben.
Was ist der Unterschied zwischen Trink- und Brauchwasser?
Trinkwasser ist für Trinken und Lebensmittelzubereitung geeignet. Brauchwasser kann etwa zum Putzen oder für die Toilettenspülung gedacht sein, ist aber nicht automatisch gesundheitlich unbedenklich. Halten Sie beides getrennt und kennzeichnen Sie Behälter deutlich.
Seriöse Quellen und weiterführende Informationen
- BBK: Essen und Trinken bevorraten – Mengenorientierung und schrittweiser Vorratsaufbau.
- BBK: Gesundheit und Hygiene in Notsituationen – Hygienevorrat und Umgang mit Brauchwasser.
- BBK: Wassersicherstellung – öffentliche Trinkwassernotversorgung und Eigenvorsorge.
- Umweltbundesamt: Empfehlung zum Abkochgebot – Zweck und Grenzen des Abkochens; maßgeblich bleiben die örtlichen Behördenhinweise.
- BBK: Funktionen der Warn-App NINA – Informationen zu Warnungen und Handlungsempfehlungen.
Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag gibt allgemeine Vorsorgeinformationen. Bei einer konkreten Trinkwasserwarnung gelten ausschließlich die Anweisungen der zuständigen örtlichen Behörden und des Wasserversorgers. Quellen geprüft am 22. Oktober 2026.